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Winterpaddeln in Galizien: Ein Traum wird wahr


Telefonat mit Freundin: „Wie ist das Wetter in Deutschland?“ –„Beschissen. Saukalt“.

2000 Kilometer entfernt, beende ich kurze Zeit später das Gespräch: im T-Shirt versteht sich.

Nordportugal: 17°C und Sonne. Was soll da noch schief gehen?

Zu acht sind wir dieses Mal unterwegs: Benny Herbrügger, Simon Theben, Uli Knittel, die 4 Augsburger Thomas Funke Markus Hummel, Michel, Jörg und ich.

Hinter uns liegen 2 Tage entspanntes Warmpaddeln in Spanien - vor uns der Rio Vez und Rio Laborero. Letzterer ist seit Jahren mein Traumziel – das Poster hängt in meinem Zimmer.


Nach endloser Fahrt und unfreiwilligen Umwegen verkündet ein kleines uriges Dorf unser Ziel. Der Rio Vez ist greifbar nah, auch wenn wir bei näherer Betrachtung feststellen müssen, dass die Flüsse hier in Portugal alles andere als voll sind.

Doch das Niedrigwasser hält uns nicht ab – wir setzen trotzdem ein. Die Belohnung folgt kurze Zeit später: Die drei Wasserfälle im Kernstück lassen das Paddlerherz höher schlagen.


7 Meter stürzt der zweite Wasserfall in die Tiefe, direkt in eine Felswand. Die einzige Chance ist links rauszuspringen. 

Die Befahrungen klappen super und es geht weiter zum nächsten Genusshüpfer mit Autoboof.

Neuer Tag-Neuer Fluss. Der Rio Laboreiro steht auf dem Programm. Nach zum Teil sehr schönen WW, zum Teil sehr steinigem WW durch ein Felslabyrinth, sehe ich den Fluss abbrechen und nur noch den Horizont.

Endlich: Wir sind an der Dreier Kombination angekommen. Der Jugendtraum ist greifbar nah. Im Kopf bin ich die 3er-Kombination schon tausend Mal gefahren. Doch habe ich jetzt auch den Mumm???

Voller Spannung steige ich aus und besichtige den 1 Fall. Schnell entscheide ich mich für eine Befahrung, um von unten eine gute Position zum Fotografieren zu haben.

Alles klappt - Aber jetzt wird es Ernst. Denn nach der Befahrung des 2. Falls gibt es kein zurück mehr – dann muss auch der Dritte befahren werden. Doch die kniffelige Einfahrt und die unfair angespülten Wand im Pool des dritten Falls muss gekonnt genommen werden.

Aber erst einmal heißt es jetzt scouten um sich den 3. schwierigen Fall anzuschauen. Ich kämpfe mich durch die Dornen und erblicke nach ein paar Minuten nass geschwitzt und zerkratzt den 3. Fall: Was für ein geiles Ding!

Ich bin mir sofort sicher, diesen Traum lasse ich mir nicht nehmen…


Es ist entschieden: Kurze Zeit später sitze ich wieder im Boot, und nehme Kurs auf den 2, ca. 8 m hohen Fall. Leider versaue ich die Befahrung und schlage viel zu steil ein….

Ein Schmerz durch den Aufprall im Bauch und Gesicht jagt durch meinen Körper, aber meine Gedanken sind nur bei meiner Spritzdecke….

Hat sie gehalten oder muss ich jetzt hier mit voll gelaufen Boot rumkraulen??? Schnell hochgerollt und erleichtert erblicke ich die geschlossene Spritzdecke. – Puuh - Glück gehabt. Kurz darauf folgen mir Benny und Markus…


Nun geht es an den entscheidenden Abschluss; an den berühmt berüchtigten 3. Fall. Benny startet zuerst, ich folge.

Ich beschleunige mein Boot in die Felsgasse, hebe meine Bootsspitze an und schieße über die Eingangswalze. Mit kräftigen Schlägen ziehe ich nun weiter nach links, da der Fall rechts in eine angespülte Wand fällt. Auf gutem Kurs geht es nun ca. 10m abwärts und ich tauche mit sicherem Abstand zur angespülten Wand sanft ein. Ich freue mich über die erfolgreiche Befahrung.


Aufgrund des mangelnden Wasser, gelingt uns in den folgenden Tagen leider nur noch die Befahrung des Rio Cavado, ein Weltklassebach und guter Abschluss: die Grundgesteinsrutschen überraschen uns positiv. Doch das Highlight ist und bleibt die Dreier Kombination des Rio Laboreiro.